Indien – letzte Tage: Vashisht, Chandigarh, Delhi

Als ich mit meinem circa 30 Kilo schweren Rucksack am oberen Ende der Treppen ankomme, keuche ich und verfluche mein Dasein als Raucher. (Das Bild des Rauchers würde auf einem indischen Fernsehsender unweigerlich mit dem Schriftzug Smoking kills versehen – in diesem Moment verfluche ich auch das.)
Es ist mitten in der Nacht. Schweiß rinnt mir den Rücken hinab. Mein Atem schwebt in Schwaden in der Nachtluft. Lies weiter

Mc Leod Ganj (Dharamshala) – Exilheimat des Dalai Lama

Vorwärts, der Zug ruckelt langsam einen Kilometer voran, unter einer Brücke hindurch, an deren Pfeiler sich einige Männer pressen, um Platz zu schaffen. Dann bleiben wir stehen. Plötzlich fährt der Zug wieder zurück. Verwundert sehe ich mich um, doch ich scheine der einzige zu sein, dem das komisch vorkommt. Wir fahren also einen halben Kilometer zurück. Bleiben stehen. Fahren wieder einen halben Kilometer. Bleiben abermals stehen. Und zurück, bis wir schließlich, eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt wieder am Gleis stehen.

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Amritsar – Heilige Stadt der Sikhs

Aus den Lautsprechern ertönt ein Singsang, den ich nicht verstehe. Aberhunderte Pilger strömen an mir vorbei. Die Männer tragen Turban und Bart. Viele setzen sich auf den Boden. Ich sitze zwischen ihnen. Mein Rücken schmerzt, weil ich mich nirgends anlehnen kann. Ringsumher erstrahlt das Gold des Tempels im vergehenden Abendlicht. Abermals schließe ich meine Augen und leere meinen Geist. Draußen versinkt die Sonne.

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Holi in Bundi

Umarmungen mit Wildfremden, pinke Kühe, Dunkelschlümpfe auf Motorrädern, alte Männer, die mit leuchtendbunten Gesichtern auf der Straße tanzen, Kinder, die alles, was sich bewegt mit farbiger Brühe bespritzen: Willkommen zum Holi, dem traditionellen indischen Frühlingsfest.

Holi - Menschen im Farbenrausch

Holi – Menschen im Farbenrausch

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Bundi – blaue Perle in Rajasthan

Wir haben auf dich gewartet, strahlte Pappu, der Hotelbesitzer, mich an. Nickende Köpfe in der Runde. Es war halb zwölf Uhr nachts. Ich hatte meinen Rucksack auf das mir zugewiesene Doppelbett in meinem Zimmer geworfen und war direkt auf die Dachterrasse des Energy Café gebracht worden. Über uns thronte, an den Hügel geschmiegt wie ein Bau aus dem Herrn der Ringe, das orange beleuchtete Fort.

Seit du gestern angerufen hast, haben wir auf dich gewartet, ergänzte Vikas lächelnd.

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Mumbai

Indien – mein lebenslanger Traum wird wahr.

Als ich zehn war, las ich Klaus Kordons „Monsun oder der weiße Tiger“ – eine Geschichte, die in Indien spielt und die Geschichte von mehreren Straßenkindern dort erzählt. Ich hatte mir das Buch aus unserer Schulbibliothek ausgeliehen und es fiel mir schwer, es nach der Lektüre zurückzugeben. Eins stand für mich fest – früher oder später musste ich dieses geheimnisvolle Land mit eigenen Augen sehen, seine Gerüche schmecken, die verborgenen Gassen erkunden, die Farben auf meiner Haut spüren.

Es sollten beinahe dreißig Jahre vergehen.

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