Carlos Ruiz Zafón – Das Labyrinth der Lichter. Ein Nachklang

carlos-ruiz-zafon-labyrinth-der-lichterMit „Das Labyrinth der Lichter“ legt Carlos Ruiz Zafón nach 15 Jahren den Abschluss der Tetralogie um den Friedhof der vergessenen Bücher vor. Den Anfang machte damals „Der Schatten des Windes“ – eines meiner absoluten Lieblingsbücher, was wohl auch der Grund dafür ist, dass das „Mosaik der verlorenen Zeit“ bisweilen damit verglichen wird. Der zweite Teil, „Das Spiel des Engels“, fiel deutlich düsterer aus, aber Ruiz Zafóns Schreibe bleibt einfach unwiderstehlich; der dritte Teil, „Der Gefangene des Himmels“, erinnerte wieder mehr an den Auftakt der Tetralogie – und nun also dieser beinahe 1000 Seiten starke Wälzer. Was hatten wir zu erwarten? Würde es Carlos Ruiz Zafón gelingen, einen würdigen Abschluss für seine Tetralogie zu schaffen?

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Nika Sachs – Namenlos. Eine Frankfurter Novelle. Ein Nachklang

Namenlos. Eine Frankfurter Novelle. Nika SachsNika Sachs ist eine der eher rar gesäten Selfpublisher, die sich abseits der Genre-Literatur betätigen.
Ihr Debüt „Namenlos. Eine Frankfurter Novelle“ handelt von zwei Menschen, die einander kennen lernen und dieses Kennenlernen auf ungewöhnliche Weise zelebrieren: indem sie sich siezen und einander ihre Namen vorenthalten, um nicht in der Banalität des Alltags zu versinken.

Nach einem kühlen Einstieg, der als Spiegel der tiefen Verunsicherung der beiden Hauptfiguren gelesen werden darf, entwickelt Nika Sachs eine Liebesgeschichte der besonderen Art: Die Dialogfetzen philosophisch, stets am Rande des Greifbaren, die Begegnungen geprägt vom Willen der beiden namenlosen Protagonisten, alles anders zu machen, sich nicht dem vorhersehbaren Spiel gewöhnlicher Dating-Strukturen zu ergeben.

Daraus entsteht die Geschichte einer Begegnung, die bisweilen unverständlich wirkt und eben daraus ihren Reiz bezieht. Welche Verletzungen, welche Geheimnisse stecken hinter dem Verhalten der beiden namenlosen Protagonisten?

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Tim Vogler – Berlin Metropolis: Nächte der Toten. Ein Nachklang

Schriftsteller Tim Vogler

Schriftsteller Tim Vogler

Mit Nächte der Toten legt der Berliner Schriftsteller Tim Vogler nun den zweiten Teil seiner Metropolis-Reihe vor und erhöht die Spannung. Beide Bände spielen im Berlin des Jahres 2049, in einer Welt, in der im Jahre 2033 eine große Katastrophe die uns bekannte Zivilisation in Schutt und Asche gelegt hat.

In den Jahren des Wiederaufbaus gelangt der ambitionierte Kanzler Söderberg an die Macht – jung, dynamisch und rücksichtslos etabliert er seine Vorstellungen von einer prosperierenden Stadt, in der die Staatssoftware „Der Algorithmus“ alle verfügbare Informationen über die Bewohner sammelt, verarbeitet und dafür sorgt, dass etwaige Gefahren frühzeitig erkannt und eliminiert werden. Lies weiter

Achim Graf – Zwei Deutschland. Ein Nachklang

Achim Graf - Journalist und Autor des Buches "Zwei Deutschland".

Achim Graf – Journalist und Autor des Buches „Zwei Deutschland“.

Achim Graf gehört zu der Sorte Menschen, die nicht so schnell aufgibt. Als er sein Buchprojekt Zwei Deutschland in Angriff nahm, schien es allein aufgrund der Zeitdauer, die eine Verlagsveröffentlichung in einem größeren Haus in Anspruch nehmen würde, zunächst nicht realisierbar. Meist vergehen dort  von Manuskript-annahme bis Veröffentlichung ein bis zwei Jahre, eine Unzeit bei einem aktuellen journalistischen Werk.
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Benedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit. Ein Nachklang

Welch einen Roman hat Benedict Wells hier geschrieben! Mochte ich bereits die Vorgängerromane (unter anderem „Spinner“ und „Becks letzter Sommer“), hat Wells mit „Vom Ende der Einsamkeit“ sein bisheriges Glanzstück hingelegt: ungleich reifer kommt der Roman daher und zugleich mit einer Melancholie und Tiefe, die den Vorgängern in dieser Form abgingen.
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Benedict Wells – Becks letzter Sommer. Ein Nachklang

Diogenes-Autor Benedict Wells, 2011

Diogenes-Autor Benedict Wells, 2011.

Zum einen ist da Benedict Wells: ein zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Debüt-romans 23-jähriger Schriftsteller mit hübschem Babyface, John-Irving-Fan und jüngster Autor unter Vertrag beim begehrten Diogenes-Verlag. Zum anderen sind da Beck, die Hauptfigur des Romans, und ich.

Beck und ich Ende 30, er und ich Lehrer, er und ich erfolglose Künstler, die wir uns Tag für Tag fragen, ob wir die richtigen Entscheidungen im Leben getroffen haben. Lies weiter

Ulrike Heider – Vögeln ist schön. Ein Nachklang

Vögeln ist schön - Ulrike Heider, Rotbuch Verlag

Ulrike Heider, Vögeln ist schön; Rotbuch Verlag

Vögeln ist schön – so der Titel von Ulrike Heiders Buch, der so manchem Buchladenbesucher ein Lächeln abnötigen mag – doch schon der Untertitel stellt klar, worum es geht: Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Der Titel ist ein Zitat und stammt aus einer Zeit, als Gedanken über Sexualität noch ein zentrales Thema waren, wenn es um den Wunsch nach gesellschaftlicher Veränderung ging. Vögeln ist schön lautete der Text eines Graffitis, das an einem hessischen Schulhaus zu finden war, selbstverständlich jedoch nicht lange, ehe der erboste Direktor es überstreichen ließ. Lies weiter

Eva Illouz – Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Ein Nachklang

Eva Illouz, Foto mit freundlicher Genehmigung von צחי לרנר (Wikipedia)

Eva Illouz, Foto mit freundlicher Genehmigung von צחי לרנר (Wikipedia)

In früheren Zeiten wäre die Soziologin Eva Illouz sicherlich als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Ihre Fragestellungen treffen stets ins Schwarze und bringen so die herrschende Denke in Bedrängnis. Im Weltbild der Professorin der Hebräischen Universität Jerusalem scheinen Begriffe wie alternativlos oder unhinterfragbar nicht vorzukommen . Lies weiter