Gyöngyösis Liste

„Du wirst doch nicht in letzter Sekunde kneifen wollen?“
Etel schüttelt den Kopf. „Natürlich nicht“, knurrt sie. „Gib schon her!“
Ich atme auf und gebe ihr die Kneifzange. Sicherlich könnte ich es selbst machen, aber Etel ist erfahrener in solchen Dingen. Außerdem ist sie, wie ich neidlos anerkennen muss, die pragmatischere von uns beiden. Vielleicht hat das damit zu tun, dass sie acht Minuten älter ist als ich, was sie mir nur allzu gern unter die Nase reibt. Lies weiter

Das wenig aufschlussreiche Kopfschütteln der Lehmännin

Da stand ich also, mit nichts weiter als einer Seppelhose bekleidet, und starrte den beiden hinterher. Sollte das ihr Ernst sein? Wollten sie mich hier einfach im Stich lassen? Ich konnte es nicht glauben. Die verblassenden Rücklichter des Volvo ließen mir indes wenig Wahl. Ein eisiger Wind fuhr mir durch das Haar und ließ meine Brustwarzen hart werden.

Düster betrachtete ich den Ammersee und die schneebedeckten Berge im Hintergrund. Idyllisch. Ich könnte kotzen.

Wohin sollte ich mich in diesem Aufzug wenden? Lies weiter

Fernfühlapparat

Halb acht Uhr morgens.

Ich wache auf, gehe ins Wohnzimmer und schalte den Fernfühler ein.

Eine Schauermeldung zittert über die Mattscheibe.

Robert Enke, deutscher Nationaltorhüter, ist tot.

Der Torhüter der deutschen National-Elf für die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat sich am gestrigen Abend das Leben genommen. Er stürzte sich vor einen Regionalzug. Die beiden Lokführer konnten nur noch Enkes Leichnam bergen. Die trauernde Witwe berichtet in einem Interview von jahrelangen Depressionen –

Irgendetwas stimmt nicht. Mir ist seltsam kalt. Lies weiter

Fraglos

„Bist du bereit?“

Da stand sie nun also im Raum, die Frage, vor der ich mich intuitiv schon seit jeher gedrückt hatte. Wenn ich es recht bedenke, hätte ich es kommen sehen müssen, bereits an jenem ersten Tag, als ich Melody traf. Das Aufblitzen in ihren Augen, als sie aus dem Swimming Pool kletterte, das kesse Lächeln, das ihre Lippen umspielte, der schlecht verhohlene Spott, mit dem sie meine etwas außer Form geratene Er-scheinung musterte – all dies hätte mir eine Warnung sein sollen, damals, war es womöglich sogar gewesen, ich aber hatte mich, in all meiner Unbedarftheit, dafür entschieden, diese Warnung in den Wind zu schlagen. Lies weiter